Der erste Teil dieses Beitrags ist als Warnung davor gedacht, den E-Payment-Dienst ClickAndBuy zu nutzen. Das Netz ist zwar schon voll von negativen Erfahrungsberichten (z.B. vom Sebastian oder bei ciao) aber es ist wie bei einer Krankheit: Solange es einen nicht selbst trifft, denkt man, dass man von solchen Sachen verschont bleibt.
Doch nun der Kurzabriss meiner Erfahrung:
- als iPhone-Nutzer ist die Registrierung bei Apples iTunes mit der Zwangsangabe einer geprüften Zahlungsinformation obligatorisch (also wem Apple später Einkäufe in Rechnung stellen darf)
- zur Auswahl stehen hier diverse Kreditkarten und eben ClickAndBuy – da ich seinerzeit noch keine Kreditkarte besaß, fiel die Wahl natürlich auf meinen bestehenden und ewig nicht mehr genutzten Uralt-Account beim Micropayment-Dienst
- nachdem ich dann ein paar wenige Apps kaufte (für insgesamt ca. 7 Euro) kam dann eine Mail von ClickAndBuy aufs iPhone, dass man das Geld nun von meinem Konto bei der Sparkasse abbuchen würde. Da ich seit über 3 Jahren aber bei einer anderen Bank bin, wurde ich etwas nervös und den Hinweis in der Mail genutzt: “Um auf diese Email zu antworten bzw. unsere Kundenbetreuung zu kontaktieren, klicken Sie bitte hier.”
- schnell über das leicht versteckte, Kontaktformular geschrieben, dass ich in den nächsten Minuten mein neues Konto verifizieren werde usw. – gesagt, getan. Die Verfizierung dauerte nun ca. eine Woche.
- eine Antwort auf meine Anfrage gab es – entgegen der Meldung auf der Seite – jedoch nicht. Auch eine Nachfrage auf gleichem Kanal nach 3 Tagen brachte keine Regung zutage. Auf einen Anruf bei der kostspieligen Hotline hab ich selbstverständlich verzichtet.
- jedoch kam dann am gleichen Tag die erste Mahnung in die Mailbox. Verbunden mit einer unverschämten Bearbeitungsgebühr von 25 Euro und einer Sperrung meines iTunes. “Klasse Laden” dachte ich mir.
- Kurz meine Möglichkeiten abgewägt: Auf die Hinterbeine stellen gegen diese gesprächsresistenten Halsabschneider oder die 25 Euro einfach zahlen und meine Ruhe haben. Natürlich habe ich das gemacht, was viele machen würden – gezahlt und mir dabei Schimpfwörter gedacht
Meine zwei Haupt-Kritikpunkte an ClickAndBuy daher:
- wenn das Kerngeschäft aus Geldtransfer besteht, die man für den Nutzer tätigt, wäre es sicher nicht zu viel verlangt, nach über 3 Jahren Inaktivität, mal eine kurze Mail zu schreiben, ob denn noch alle Daten in Ordnung sind. Aber wieso sollten die das auch tun? Dann gingen denen ja die schönen Strafgebühren verloren.
- wenn man schon die Kontaktmöglichkeit per Formular anbietet und lapidar eine Antwort verspricht, sollte man diese Anfragen natürlich nicht ignorieren!
Weitere Frechheiten und Aufreger:
- in der Mail nach der Entsperrung stand dann noch der rotzfreche Hinweis: “Bitte helfen Sie in Zukunft Zahlungsausfälle zu vermeiden, da diese hohe Gebühren und administrativen Aufwand verursachen.” (Hervorhebungen von mir)
- Zwischenzeitlich flatterten auch wieder diverse Newsletter von dem Verein rein. Natürlich gefüllt mit für mich nutzlosem Quatsch. Und dem Hinweis: “Sie erhalten diesen Newsletter auf eigenen Wunsch. Dieser Newsletter ist für Sie selbstverständlich kostenlos.” – Vielen Dank. Wahrscheinlich denken viele, dass dieser “Service” bei ClickAndBuy auch was kostet ..
- Kündigen kann man nur übers besagte Kontaktformular. Dieses mal kam sogar eine Standard-Antwort zurück. Jedoch mit folgender Meldung: “Um Ihren ClickandBuy Account zu kündigen ist es vorerst notwendig Ihre Easy Collect Authorisierung im Servicebereich Ihres Click&Buy Accounts zu widerrufen. Teilen Sie uns bitte anschließend Ihren Kündigungswunsch erneut mit.” – Was soll das sein? Einen Service-Bereich gibt es nicht. Jedoch wurde ich unter “Transaktionen” fündig. Daraufhin kam dann eine Mail in der stand “Ihr ClickandBuy Konto kann erst ab den 13.01.2010 gekündigt werden.” – also erst 6 Tage später. Aber warum denn nur?
- die Startseite von ClickAndyBuy ist ein einziger Rumpelhaufen von Werbung. Auf jeden Fall sehr vertrauenserweckend für einen Zahlungsdienst.
- Obwohl ich mich vom Newsletter abgemeldet habe, kam letztens wieder eine Mail mit Betreff “Neuer Markenauftritt ClickandBuy” und den wertvollen Infos, dass sich Logo und Design ändern und auf Kundenbedürfnisse eingegangen wird.
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Abschließend hatte ich mir überlegt, wie ich den Verlust der 25 Euro für mich etwas angenehmer gestalten könnte.
Auf dem Blog vom bekannten “Charity-SEO” Mediadonis wurde ich dann auf ein Banner von CARE aufmerksam und fand die Idee sehr interessant: Hier kann man zwar auch einen Betrag X spenden – jedoch fand ich die symbolischen(?) und plakativen Sachspenden irgendwie cooler: Und daher habe ich dann den Schulbesuch für 4 Kinder für ein Jahr, 2 Ziegen und ein großes Überlebenspaket für eine Familie gespendet. Ich hoffe, dass es wirklich bei den Menschen ankommt und ihr Leben etwas einfacher und schöner macht.
Apropos Spenden: Anfang 2009 war ja mein gebloggtes Erlebnis zum eklig-fettigen Schnitzel im Brauhaus am Waldschlösschen der Grund für nervige Mails mit der Geschäftsleitung. Leider hatte ich diese nicht dazu bewegen können, sich die Entfernung des Beitrags mit einer Spende an die Dresdner Tafel zu “erkaufen”. Stattdessen ließ man mir lieber Biergutscheine zukommen und drohte mit rechtlichen Schritten aus Datenschutzgründen wegen zitierter Mails. Die Gutscheine werden übrigens immer noch verlost (hier gehts zum Verlosungsbeitrag mit netten Insiderdetails in den Kommentaren).
Interessant ist auf jeden Fall der Gedanke, was ich heute in so einer Situation machen würde. Definitiv hätte ich vorm Bloggen das Bild des fettigen Schnitzels live aus dem Brauhaus getwittert. Und ich hätte auch anders kommuniziert. Aber Fehler macht man ja um daraus zu lernen.
Und schließlich hatte mich auch am Anfang des Jahres eine Geschichte rund ums Blog beschäftigt, über die ich heute schon ab und zu schmunzeln muss. Um nicht allzu sehr ins Detail zu gehen: Finanzamt hat bei mir wegen fehlender Steuern aus einem altem Angestelltenverhältnis in einer Dresdner Agentur angeklopft. Ich daraufhin beim alten Arbeitgeber – der jedoch nicht reagierte. Erst als ich einen dezenten Blogeintrag schrieb, schellten wohl die Reputations-Alarmglocken – oder die des Anstands – und man kümmerte sich drum. Da ich natürlich der Dumme gewesen wäre, war das mehr als erfreulich und hat mir immerhin den Verlust einer hohen dreistelligen Summe erspart.
In diesem Sinne: Auf ein erlebnis- und erfolgreiches glückliches 2010!


noch zwei fehler entfernt. einen stilistischen und einen sinnkehrenden. ich sollte am besten noch ein lektorat beschäftigen…